Seit
1994 taucht der Name U.Site immer wieder im Zusammenhang mit einer
besonderen Art von Veranstaltung auf. Mit den Jahren ist aus der
Arbeit einer sich wandelnden Gruppe von Menschen ein eigenständiges
Konzept geworden. Wir haben an dieser Stelle Konstanten unserer
Arbeit mit diesem Konzept zusammengetragen, ohne dabei den Anspruch
auf Vollständigkeit vor Augen zu haben. Das beste Bild ist
immer noch das selbst erfahrene; und so ist jedeR Einzelne eingeladen,
sich auf unseren Veranstaltungen einen eigenen Eindruck zu verschaffen.
Die Zustände, die das Leben und Arbeiten der allermeisten
Menschen in Deutschland bestimmen, erlauben ein selbstbestimmtes
und solidarisches Dasein allenfalls für wenige NischenbewohnerInnen.
Dabei steht eine fortschreitende Anpassung dieser Zustände
an die kapitalistische Verwertungslogik im Vordergrund. Anders
ausgedrückt: Menschen und ihre Handlungen werden in Geldwert
und Nützlichkeit gemessen.
Konkurrenz, Ausgrenzung, Kommerzialisierung und Vereinsamung
bestimmen zunehmend das Bild. Verworfen werden dabei Solidarität
und soziales Handeln, Arbeit aus anderen als finanziellen Motiven,
aber auch Inhalte wie schlecht zu vermarktende Bereiche von
Kunst und Kultur. Hiervon ist weder Subkultur noch der Bereich
"elektronische Musik" und sein Umfeld ausgenommen.
Um dem etwas entgegen zu setzen, wollen wir:
unkommerzielle Veranstaltungen schaffen, die von Vielen gemeinsam
und in Eigenverantwortung getragen werden. So entstehen Räume,
in denen gemeinsames Feiern und Arbeiten Spaß macht, Ideen
und Kraft für andere Aktionen gesammelt werden können.
U.Site selbst arbeitet als Kollektiv, in das unterschiedlichste
Menschen ihre Arbeit und ihre Fähigkeiten einbringen. Nur
ihr freiwilliger und unbezahlter Einsatz macht ein solches Projekt
möglich.
verschiedene Kunstformen, Subkulturen und Szenen zusammenführen.
Der Blick auf Neues und Unbekanntes soll Denkanstöße
und Kreativität über enge Genregrenzen hinwegtragen.
KünstlerInnen wird unabhängig von ihrem kommerziellen
Erfolg ein Forum zur Präsentation ihrer Arbeit geboten.
(Sub-)Kultur in den öffentlichen Raum tragen. Die vorhandenen
Räume für eine freie und nicht an Kommerz gebundene
Entfaltung werden ständig zugunsten von Privatbesitz und
Ordnungswahn eingeschränkt. Dem setzen wir die Forderung
nach Platz für Selbstorangisiertes und Selbstbestimmtes
entgegen. Wir lassen uns nicht von Amtsschimmeln und Kulturkapitalisten
vorschreiben, was Kunst ist, und was Kultur!
politische und soziale Themen nicht außen vor lassen,
sondern sie in das Feiern mit einbeziehen. Die Öffentlichkeit,
welche auf Veranstaltungen entsteht, kann auch zur Auseinandersetzung
mit solchen Inhalten genutzt werden. U.Site unterstützt
immer wieder linke und alternative Projekte, mit denen wir uns
verbunden fühlen.
Wie weit diese Vorstellungen im Einzelfall umgesetzt werden
können, liegt zu einem großen Teil an den Menschen,
die diese Veranstaltungen besuchen und mit tragen. Wenn U.Site
Parties in den letzten Jahren durch ihr besonderes Flair aufgefallen
sind, so liegt das auch an einem Publikum, das durch Offenheit,
Toleranz und gegenseitigen Respekt eine einzigartige Atmosphäre
geschaffen hat. Danke Euch allen!
La tierra es de todos!